Ein Punkt gegen den Aufstieg!

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16. November, 2008 Dieter Frei Spielberichte 656

TSG Urbach/Dernbach - 2.Herren 8:8

Jörg war am Steuer . Konsequenz: Abfahrt 16.15 Uhr. Ziel: Urbach - unberührte Natur. Wildschweine werden hier noch per Hand erlegt, per Nackenbiss getötet und blutüberströmt auf Traktoren gehängt. Welche eine Idylle; wir hofften, Tarzan über eine Waldlichtung laufen zu sehen. Noch unterwegs sprachen wir vom Heimvorteil der Westerwälder, die ja bekanntermaßen sehr speziell sind in der Wahl des Möbiliars und TT-Zubehör. Ganz zu schweigen von Bubus Squash-Kelle, die tatsächlich verboten gehört. An der Urbacher Halle angekommen mussten wir die erste unfaire Geste der Gastgeber hinnehmen. Kaum waren wir aus dem Auto gestiegen, begrüßte uns die ganz besondere Frischluft von Urbach. Nach einem tiefen Atemzug wussten wir: hier sind wir richtig! In der Halle selbst hatte DJ Back-in-the Days seine Finger im Spiel. Es liefen Klassiker der letzten 30 Jahre, uns fehlte „Eye Of The Tiger“ beim Betreten der Halle. Nach einer freundlichen Begrüßung ging es daran, den Tabellenzweiten zu ärgern. Nach dem zuletzt siegreichen Spieltag, folgte also quasi die Kür. Wir konnten beFreit aufspielen und schauen, was dabei rauskommt. Der Teamspirit als ureigener olympischer Gedanke konnte bereits zu Beginn unter Beweis gestellt werden. Die Doppel gingen allesamt an uns! Dimi/Freezy hatten ihre Partie insgesamt sicher in 4 gewonnen. Tourett/Jürk mussten gegen die frischgebackenen Regionsmeister Gampe/Wiebe (beide belegten die ersten Plätze im Einzel der A-Klasse) im fünften Satz einen Matchball abwehren, bevor sie sich auf ihre Stärken besannen: Punkte machen. Und so ging auch dieser Zähler an die Männer vom Zusammenfluss. Eine Kuriösität ereignete sich an der Nebenplatte. Rolf und Marco führten im Vierten bereits 10:4 – hatten demnach 6 Matchbälle, um es volkstümlicher auszudrücken. Aber noch hatten sie nicht verloren. Erst als die Urbacher 12 zählten, ging es in den Fünften! Auch hier ahnte man beim Stande von 10:5 nichts Gutes. Doch die Zweifel waren unberechtigt. 3:0-Führung auswärts! Damit hatten wir seit der Umstellung der Doppel eine 9:0-Doppelbilanz. Super, Männer! Die Einzel waren an diesem Tag eher die Stärke der Gäste. Vorne und in der Mitte war eher wenig zu holen. Wiebe und Schaufelberger erwiesen sich als zu stark für Torri und Marco. Dimi verspielte die Chance, sich zum Regionsmeister zu krönen, als er beim Stande von 10:9 im Fünften einen Matchball gegen Gampe trotz super Leistung nicht verwandeln konnte. So bleibt Andrè weiterhin Meister Gampe. Freezy konnte eher im Doppel Akzente setzen als im Einzel. Thomas und Andrè waren einfach besser. Im Vorfeld war allen Olympia-Akteuren eines klar: Bubu darf gegen uns kein Spiel gewinnen! Auch wenn wir 9:1 verlieren würden. Dieses Motto schienen sowohl Rolf als auch Bad Manner verinnerlicht zu haben. Beide gewannen äußerst knapp gegen Uns Bubu und hielten uns so weiter im Spiel. Das Minimalziel war erreicht, nun folgte der Bonus. Die ersten drei Spiele der zweiten Hälfte gingen wieder an Urbach. Man könnte meinen, sie wären als Einzelspieler besser… Doch dagegen hatte sich Dimi gestemmt. Er bezwang Fritsch in 4 und glich somit zum 6:6 aus. Unten dann eine Punkteteilung. Jörg hatte gegen den Neukauf der Urbacher das Nachsehen, Rolf bezwang wie bereits erwähnt unsere Leihgabe an die Westerwälder. JöBü hatte die Chance, im Vierten alles klar zu machen, spielte dann in der entscheidenden Phase wie gewohnt und bescherte Rolf den Fünften. Dort zeigte Rolf nicht den Hauch von Nervosität, knallte die Bälle aus unmöglichen Positionen rein und gewann am Ende hochverdient. In der Rückrunde spielen wir beide gegeneinander, Jörg! Beim Stande von 8:7 für Urbach ging es dann in das Schlussdoppel. Dimi und Freezy hatten bisher keine Erfahrung in solchen Situationen. Es hatte etwas von „Jugend forscht“, denn an der Platte standen uns Wiebe/Gampe gegenüber. Aus der anfänglichen Nervosität wurde schnell ein 4:0 im ersten Satz, aber auch in den folgenden Sätzen konnten wir stets zu Beginn dominieren. Im Zweiten wurde aus einer 7:1-Führung schnell ein 8:8. Dies stellte unsere Doppelehe auf eine harte Probe, aber man hält zu einander in Guten wie in schlechten Zeiten. Im Dritten dann wieder klare Verhältnisse. Man wurde Zeuge eines historischen Moments. Superschnelle Topspins, noch schnellere Blocks und clevere Winkelspiele dominierten das Bild an der Platte. Von den Gastgebern kamen auch ein paar gute Bälle. Am Ende wohl ein verdienter Punkt und ein gerechtes Unentschieden, das wieder einmal zeigt, dass Tischtennis eben ein Mannschaftssport ist. Das Ganze ist mindestens so stark wie die Summe seiner Elemente. Und wie Käpt’n zu sagen pflegt: Kleinvieh macht auch Mist! P.S. Wir bauten unsere Siegesserie im Doppel auf nunmehr 10:0. Ich denke, darauf lässt sich aufbauen. Guten Tag!

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